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01.08.2016

Willkommen in Metelen

MetelenSommertour2016aMetelen. Kein Mensch verlässt gerne seine Heimat. Doch weltweit sind laut Zahlen des UN-Flüchtlingswerkes rund 60 Mio. Menschen vor den verschiedensten Krisen, wie Krieg, Vertreibung und Armut auf der Flucht. Als 2014 die ersten Flüchtlinge auch nach Deutschland kamen, war nicht zu erwarten, dass es bis zum Ende des Jahres 2015 über eine Million Menschen sein werden. Die betroffenen Menschen mussten untergebracht, ernährt, mit Kleidung und Alltagsartikeln sowie medizinisch versorgt werden. Auch für die Menschen im Kreis Steinfurt eine große Herausforderung. Mit viel Engagement haben die einzelnen Kommunen für die Unterbringung der Asylsuchenden gesorgt. Dazu musste manche Schule und mancher Sportverein auf die Sporthallen verzichten, weil diese zu einem Dach über den Kopf der betroffenen Menschen umfunktioniert wurden. Viele ehrenamtliche Helferinnen und Helfern kümmerten sich dann spontan und intensiv um die Flüchtlinge. Beschäftigung, Betreuung und Sprachunterricht steht für die Menschen an vorderster Stelle.

Wie das in den einzelnen Städten und Gemeinden ihres Wahlkreises funktioniert, will die SPD-Bundestagsabgeordnete Ingrid Arndt-Brauer bei ihrer diesjährigen Sommertour erfahren. In Begleitung vom Metelener SPD-Parteichef Stefan Beike (2.v.li.), legte die Abgeordnete ihren ersten Halt in der Vechtegemeinde Metelen ein und besuchte hier das Cafe international, welches von der KAB St. Josef Metelen ins Leben gerufen wurde. Hier treffen sich regelmäßig jeden zweiten Dienstag im Monat Ehrenamtliche mit Asylsuchenden und ihren Familien. Betreut wird der Treff im Wechsel von verschiedenen Gruppen, wie der evangelischen Frauenhilfe, KIM, dem Kreis junger Frauen, dem Kindergarten St. Josef, der KAB usw..

Seit November 2014 hat sich die KAB die Flüchtlingsarbeit auf ihre Fahne geschrieben. Gestartet ist sie u.a. mit Sprachkursen. Zusammen mit der Gemeinde-Caritas wurde eine Fahrradwerkstatt eingerichtet, die jetzt von der Caritas geführt wird. Maria Schlieben, im KAB Vorstand, leitet einen Kochkreis wo Flüchtlingsfrauen und Metelener Frauen sich regelmäßig zum internationalem Kochen in der Grundschule treffen. Auf Initiative der Kolpingfamilie Metelen entstand eine Kleiderkammer, in der sich grundsätzlich bedürftige Personen und Flüchtlinge einkleiden können.

Werner Bever (4.v.li.) vom KAB-Vorstand Metelen geht es in erster Linie darum, dass seine Schützlinge Sprachunterricht bekommen. Von den rund 140 Flüchtlingen, u.a. aus Syrien, Afghanistan, dem Iran und Irak, die in Metelen untergebracht sind, erhalten ca. 50 Sprachunterricht von 15 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern. `Ohne den engagierten Einsatz der Ehrenamtlichen hätte die Gemeinde ein Problem gehabt, Sprachunterricht zu erteilen´, weiß Stefan Beike. `Das funktioniert auch nur so. Ohne Ehrenamt geht es gar nicht´, machte Arndt-Brauer deutlich. `Der Dank, der von den Flüchtlingen zurück kommt, spornt uns immer wieder an´, erklärte Bever seine Intention zu helfen.

Bever gab Arndt-Brauer auch Kritik mit auf den Weg. Die Beantragung von Fördermitteln für die Sprachkurse sei sehr schwierig. `Für uns Ehrenamtliche ist der Aufwand einfach zu bürokratisch´, so Bever. Da sei der Kreis Steinfurt gefordert, stellte Arndt-Brauer klar. Lange sei das vom Land NRW geförderte Kommunale Integrationszentrum (KIZ) vom Kreis Steinfurt abgelehnt worden. Die SPD-Kreistagsfraktion habe sich aber intensiv für die Einrichtung des KIZ stark gemacht und auch durchsetzen können. `Anfang Juli ist das KIZ an den Start gegangen und ich betrachte es als seine Aufgabe, Sie bei solchen Herausforderungen zu unterstützen´, so Arndt-Brauer.

Ein weiterer Kritikpunkt Bevers ist die lange Dauer bis zur Anerkennung eines Asylsuchenden. Bestätigen konnte dies der junge syrische Arzt Abdulrahim Alhanini (2.v.re.), der trotz originaler Papiere sieben Monate auf seine Anerkennung warten musste. `Eine große Belastung´, wie der Syrer in einem schon sehr guten Deutsch der Abgeordneten schilderte. Alhanini möchte möglichst schnell seine Deutschkenntnisse auf ein höheres Niveau bringen und strebt eine Approbation als Arzt in Deutschland an.

Arndt-Brauer zeigte Verständnis für Anerkennungsprobleme, weiß aber, dass das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) mit der Vielzahl an Anträgen überfordert ist. Zudem finde sich kein geeignetes Personal für die Bewältigung der Antragsflut. Die Abgeordnete versprach aber, die Kritik weiter zu geben, damit Abhilfe geschaffen wird.