Arndt-Brauer_072c
 Home
 Zur Person
 Pressemitteilung
 Wahlkreis
 Service
 Links
 Impressum
Banner2

18.09.2017

Wiedersehen mit dem Jugendmigrationsdienst

JMD-St1
Kreis Steinfurt/Borghorst. Im vergangenen Jahr hatte sich die SPD-Bundestagsabgeordnete Ingrid Arndt-Brauer (Bi.Mi.) intensiv mit dem Thema Flüchtlinge und Integration befasst und hatte dazu zahlreiche Einrichtungen, Ehrenamtliche und Verbände besucht. Auch der Jugendmigrationsdienst (JMD) des Kreises Steinfurt in Borghorst stand damals auf dem Programm, da er sich intensiv um ausländische junge Menschen und Spätaussiedler von zwölf bis 27 Jahren kümmert. Erneut wollte sich die Abgeordnete, die gemeinsam mit Klaus Meiers (hi. Reihe links), Michael Hardebusch (hi. Reihe re.) und Alfred Voges (SPD Steinfurt) (hi. Reihe 2. V.re.) kam, über den Fortgang der Arbeit des JMD erkundigen.

Barbara Schonschor (re.) und Valentina Stelmach (2. Reihe 2.v.re.) vom JMD hatte zu der Gesprächsrunde auch betroffene junge Flüchtlinge eingeladen, die aus eigener Erfahrung berichten konnten. So erfuhren die Sozialdemokraten, dass es immer noch sehr schwierig sei, zu einem Deutschkurs zugelassen zu werden. Je früher man die Sprache lerne, desto schneller käme man in Ausbildung oder Schule, machte ein junger Mann deutlich. Sprachlich habe er sich daher schon selber fortgebildet, aber noch Probleme mit der deutschen Schriftsprache. Ein junger Syrer erzählte, dass seine Mutter mit zwei Geschwistern in Lengerich gelebt habe, er aber mit seinem Vater in Papenburg gewesen sei. Fast ein Jahr habe die Zusammenführung der Familie gedauert, weil der bürokratische Prozess viel zu viel Zeit in Anspruch genommen hat. Arndt-Brauer zeigte sich betroffen, dass die Familie unter der Bürokratie so gelitten hatte und versprach, bei den entsprechenden Behörden nachzuhaken.

Ein Geschwisterpaar aus dem Irak fühlt sich gut integriert, spricht gut Deutsch, geht zur Schule und hat den Willen, eine Ausbildung in Deutschland zu machen. `Hier fühlen wir uns sicher, haben aber eine Ablehnung erhalten´, bedauerten die beiden. Peter Middendorf (li.), der zur Leitung der Evgl. Jugendhilfe des JMD-Trägers, gehört, hat den gefühlsmäßigen Eindruck, dass verstärkt gut Integrierte abgeschoben werden, wenn sie aus den als sicher definierten Herkunftsländern gehören. Arndt-Brauer bestätigte diesen Eindruck. `Nur ein Einwanderungsgesetz kann den Betroffenen helfen´, betonte sie. Ein solches solle eine andere Definition beinhalten, wer in Deutschland bleiben könne, was nicht an sicheren oder unsicheren Herkunftsländern festgemacht werden solle. Leider sei dies bisher mit dem Koalitionspartner CDU/CSU nicht machbar, bedauert die Bundespolitikerin.

Vieles sei aber sehr gut gelaufen, machte Schonschor deutlich. So hätten alle Flüchtlinge ein Dach über den Kopf bekommen, Geld für den Unterhalt stehe zur Verfügung und viele Flüchtlinge seien in Integrations- und Sprachkursen. Aber: viele Jugendliche könnten einen Ausbildungsplatz antreten, bekämen aber keine Ausbildungsduldung. Die Problematik sei der Gesetzeslage geschuldet, die besage, dass jugendliche Flüchtlinge nur eine Ausbildung antreten könnten, wenn ein Pass vorliege und damit verbunden eine Ausbildungsduldung. Selbst, wenn die Voraussetzungen für eine Ausbildungsduldung vorlägen, würde diese häufig nicht erteilt, bedauert Schonschor. Arndt-Brauer war der Ansicht, dass das am 31. Juli 2016 in Kraft getretene Integrationsgesetz die Situation für Geduldete, die eine Ausbildung aufnehmen wollen, verbessert habe. Die Abgeordnete ärgert sich über diese Verfahrensweise und will auch diese Thematik mit nach Berlin nehmen.