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28.02.2017

Politik trifft Arbeitnehmervertretung

Hewing3
Ochtrup. Vor einigen Wochen war die SPD-Bundestagsabgeordnete Ingrid Arndt-Brauer bereits zu einer Betriebsbesichtigung bei der Firma Hewing in Ochtrup. Dieses Mal folgte die Politikerin, in Begleitung der beiden Ochtruper SPD-Ratsmitglieder Sarah Lahrkamp und Jörg Krabbe (i. Bild li.), einer Einladung der Arbeitnehmervertretung der Hewing GmbH, durch den Betriebsratsvorsitzenden Christof Tillmann (2. v. re.).

Im firmeneigenen Schulungszentrum berichteten Tillmann und sein Stellvertreter Sven Rejall (2. v. li.) über ihre  betriebsverfassungsrechtlichen Aufgaben als Mitarbeitervertretung und aktuelle betriebliche Themen wie z.B. die Belastungssituation älterer Arbeitnehmer. Eine Besonderheit bei Hewing ist der sogenannte `Opa-Tag´. Arbeitnehmer ab 57 Jahre oder im Schichtbetrieb ab 55 haben einen, im Tarifvertrag der IG-BCE verankerten wöchentlichen Anspruch auf 2,5 Stunden Altersfreizeit, der insbesondere im Schichtbetrieb in Freischichten umgewandelt werden kann. `Das führt zu einer spürbaren Entlastung unserer älteren Arbeitnehmer, gerade vor dem Hintergrund einer immer länger werdenden Erwerbstätigkeit´, bestätigte Tillmann den Gästen. `Diese Version von Altersfreizeit ist mir in den vielen anderen Unternehmen, die ich schon besucht habe, noch nie begegnet´, erklärte Arndt-Brauer zu diesem außergewöhnlichen Modell.

In Verbindung mit dem demografischen Wandel ist auch die Ausbildung von jungen Menschen bei Hewing immer wichtiger geworden. Aus diesem Grunde, und um den jungen Menschen eine Perspektive zu geben, haben Geschäftsleitung und Betriebsrat im Rahmen einer Betriebsvereinbarung eine Weiterbeschäftigung nach der Ausbildung vereinbart.

Gemeinsam mit der Gewerkschaft IG-BCE, die durch den Bezirkssekretär Oliver Langkau (i. Bild re.) vertreten war, prüft man außerdem zusammen mit der Geschäftsleitung die Einrichtung eines Langzeitkontos für die Mitarbeiter, so der Betriebsratsvorsitzende weiter. Auf dieses Konto könnten z.B. Überstunden und Ansprüche aus der Altersfreizeit einfließen. Gerade mit Blick auf die demographische Entwicklung böten sich den Arbeitnehmern damit flexible Möglichkeiten der Verwendung z.B. für Pflegezeiten in der Familie, Notfälle oder den Übergang in den Ruhestand, erläuterte Langkau. `Aber auch sonst arbeiten wir in Arbeitnehmerfragen eng mit der Gewerkschaft IG-BCE zusammen, was sich in dem hohen Organisationsgrad von fast 80% widerspiegelt´, so Tillmann.

`Die Belegschaft hat in den vergangenen Jahren einige Höhen und Tiefen mitgemacht´, schilderte Tillmann. `Die einstige Schieflage des Unternehmens und die daraus resultierenden Sozialpläne haben sich lange negativ auf die Stimmung in der Belegschaft ausgewirkt´, machte Rejall deutlich.
`Mit der Übernahme des finnischen Konzerns Rettig in 2012 habe das Unternehmen jedoch wieder eine positive Entwicklung genommen. `Hohe Investitionen machen deutlich, wie wichtig Rettig der Standort Ochtrup ist. Das hat die Grundstimmung der Belegschaft deutlich verbessert´, so der Betriebsratsvorsitzende. `Trotz grauer Wolken, bezogen auf die aktuelle Rohstoffpreisentwicklung, blicken wir weiter positiv in die Zukunft und sind wieder auf Kurs´, bestätigte der kaufm. Leiter Dr. Klaus-Dieter Buschmeyer.

Bei allen Problemen im Laufe der Jahre konnten im Zuge einer konstruktiven Zusammenarbeit zwischen Betriebsrat und Geschäftsleitung immer Lösungen gefunden werden, erläutere Tillmann den Gästen. Ein vernünftiger und respektvoller Umgang ist Voraussetzung, einen Konsens im Sinne des Unternehmens und der Belegschaft zu finden. `Probleme können nur nachhaltig gelöst werden, wenn Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretung sie gemeinsam angehen´, ist sich Tillmann sicher.

`Wichtig ist es auch, die Arbeitsplätze alterstauglicher zu machen´, stellte Arndt-Brauer klar. Die Politikerin lobte daher die verschiedenen Ansätze des Unternehmens, wie. z.B. dämpfende Fußmatten oder erhöhte Aufbauten von Maschinen, um gesundheitlichen Auswirkungen auf das Skelettsystem zu mildern.

Auf Nachfrage erfuhr die Abgeordnete zudem, dass der Betriebsrat bei sogenannten Werkverträgen ganz genau hinschaue, damit kein Missbrauch geschehe. Auch Leiharbeit findet nur im Rahmen einer dazu formulierten Betriebsvereinbarung begrenzt Anwendung bei Hewing. Da achten wir auf eine tarifvertraglich geregelte und faire Bezahlung, genau wie bei unseren eigenen Arbeitnehmern“, machte Tillmann abschließend deutlich.