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14.03.2016

Ladenöffnungszeiten überdenken

RealRheine1Rheine. Mitten in der Tarifrunde für den Einzelhandel steigt die Metro-Tochter Real jetzt aus dem Flächentarif aus. Scharfe Kritik kommt von der Gewerkschaft ver.di, die mit einem gewerkschaftlichen Organisationsgrad bei Real von bis zu 90 Prozent ihre Mitglieder vertritt. Metro-Chef Olaf Koch hatte kritisiert, Konkurrenten hätten wegen der Struktur der Tarifverträge oder des Ausstiegs aus den Verträgen deutlich bessere Kostenstrukturen als Real.

Im EEC (Ems-Einkaufs-Center) in Rheine befindet sich ebenfalls ein Real-Markt. Hier trafen sich jetzt die Bundestagsabgeordnete Ingrid Arndt-Brauer (SPD) und Gaby Leskow (SPD Rheine) mit dem Betriebsratsvorsitzenden Sascha Beckmann. Bisher galt Real als tariftreu, so Beckmann. Mit der Tarifflucht mitten in einer laufenden Tarifrunde soll den Beschäftigten bei Real die anstehende Tariferhöhung vorenthalten werden, ist sich der Betriebsratsvorsitzende sicher. Da der Flächentarifvertrag für Real zu teuer ist, will man einen Haustarif. Ein Haustarif würde aber Neuregelungen beim Urlaubs- und Weihnachtsgeld, bei den Abendzuschlägen, Arbeitszeiten und der Tarifstruktur bedeuten. `Und das nicht zum Wohle der Beschäftigten´, stelle Beckmann klar.

Die monatlichen Entgelte für die heutigen Mitarbeiter sollen zwar einen Bestandsschutz erhalten, für neue Mitarbeiter wird es dann aber den Haustarif geben, so Beckmann weiter. `Künftig werden dann Mitarbeiter unterschiedliche Entlohnung für die gleiche Arbeit erhalten´, kritisierte der Betriebsratsvorsitzende. Ver.di habe schon angekündigt, keinesfalls eine `Zweiklassengesellschaft´ unter den Beschäftigten hinzunehmen. Wenn Real seine Modernisierung auf dem Rücken der Beschäftigten durchsetzen will, so muss mit Streiks gerechnet werden, machten ver.di-Verantwortliche schon deutlich.

Kontinuierlicher Verlust von Marktanteilen sowie sinkende Umsätze und Kundenzahlen machen die schlechte wirtschaftliche Lage bei Real und Metro unstrittig. Ladenöffnungszeiten und volle Lager gehören zu den Managementfehlern, die zu der Abwärtsspirale beigetragen haben. `Auch die Öffnungszeiten bis 22 Uhr in unserem Rheiner Markt entsprechen nicht dem Bedarf´, so Beckmann. Nach 20 Uhr sei kaum noch Kundschaft im Markt. Zudem würden die anderen Einzelhändler im EEC ihre Läden bereits um 20 Uhr schließen, sodass nur noch wenige Real-Mitarbeiter sich ihren Feierabend herbeisehnen. `Die Arbeitszeiten sind auch wenig familienfreundlich´, kritisierte Arndt-Brauer.

Einig waren sich der Gewerkschafter und die Politikerinnen, dass gerade in dieser Hinsicht die Arbeitsbedingungen verbessert werden müssten. Das könne aber nur geschehen, so Arndt-Brauer, wenn aus den Betriebsräten heraus, in Zusammenarbeit mit den Gewerkschaften, eine Rahmenvereinbarung zur Änderung der Öffnungszeiten erarbeitet würde. Mit einer Gesetzesinitiative würde die SPD-Fraktion dieses Anliegen dann unterstützen, versicherte die Bundespolitikerin. Damit könne eine Allgemeinverbindlichkeit für den bundesweiten Einzelhandel installiert werden, verdeutlichte Arndt-Brauer und versprach Beckmann abschließend weiterhin Unterstützung.