Arndt-Brauer_072c
 Home
 Zur Person
 Pressemitteilung
 Wahlkreis
 Service
 Links
 Impressum Datenschutz
Banner2

27.09.2016

Jugendmigrationsdienst unterstützt junge Neuzugewanderte

JuMiDi-ST1
Kreis Steinfurt/Borghorst/Lengerich. Seit mittlerweile elf Jahren unterstützt der Jugendmigrationsdienst (JMD) im gesamten Kreis Steinfurt ausländische junge Menschen und Spätaussiedler von zwölf bis 27 Jahren. Träger der Beratungsstelle mit Sitz im Steinfurter Stadtteil Borghorst ist die Ev. Jugendhilfe Münsterland und in Lengerich das Diakonische Werk Tecklenburg. Die Beratungsstellen legen ihren besonderen Fokus auf die Entwicklung einer Perspektive für Neuzugewanderte.

Seit einigen Wochen besucht die SPD-Bundestagsabgeordnete Ingrid Arndt-Brauer im Rahmen ihrer Sommertour Einrichtungen und Initiativen, die sich mit dem Thema Flüchtlinge und Integration beschäftigen. Ein guter Grund, gemeinsam mit SPD-Ratsmitglied Michael Hardebusch und der designierten SPD-Landtagskandidatin Ulrike Reifig, dem JMD einen Besuch abzustatten und sich einen Einblick in dessen Aufgabenfeld zu verschaffen.

Das Angebot des JMD reicht von Orientierungshilfen im Bildungs- und Ausbildungssystem, über die Unterstützung bei Bewerbungen und Hilfen zur Anerkennung ausländischer Bildungsabschlüsse, bis hin zur Zusammenarbeit mit Schulen, Behörden und andere Institutionen sowie gruppenpädagogischen Angeboten. `Die Beratung ist selbstverständlich kostenlos und vertraulich´, machte Barbara Schonschor vom JMD deutlich. Durch den seit 2014 angestiegenen Zuzug von Flüchtlingen aus Syrien habe sich allerdings die Arbeit verändert, so Schonschor weiter. Neben der gewohnten Arbeit in der Beratungsstelle gehören jetzt auch die aufsuchende Arbeit, Gespräche mit Schulen und Bildungsträgern sowie niederschwellige Arbeitsangebote für die jungen Menschen zum Aufgabenfeld. Sprache, Arbeit und Wohnung gehören jetzt zu den wichtigsten Dingen für die Betroffenen. `Aber es dauert einfach alles zu lange´, kritisierte der ehrenamtlich Dolmetscher Azad Ali, der in Syrien ein Jurastudium begonnen hatte und schnellstmöglich daran anschließen möchte. Arndt-Brauer zeigte Verständnis für die Situation, machte aber auch deutlich, dass mit fehlenden oder nicht ausreichenden deutschen Sprachkenntnissen ein einfacher Übergang in Beruf und Ausbildung nur schwer zu bewerkstelligen sei. Zudem sei noch viel Bürokratie zu überwinden, die aber für die Integration von großer Bedeutung sei. Da aber entsprechendes Personal für die Abwicklung von Asylverfahren fehle und auch nur schwer zu generieren sei, bat die Bundespolitikerin noch um Geduld.

Um weiter gute Arbeit im Bereich der Jugendmigration zu leisten, ist der JMD aber auch auf finanzielle Unterstützung durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend angewiesen, machte Schonschor deutlich. Aufgrund des Flüchtlingsstromes in 2015 sei der Ansatz im Nachtragshaushalt 2015 um weitere acht Millionen Euro erhöht und im Haushalt 2016 um diese acht Mio. Euro verstetigt worden, aber weitere Mittel nicht mehr in Aussicht gestellt worden, erläuterte Arndt-Brauer. Gerade die SPD habe sich aber für die weitere Förderung der Jugendmigrationsdienste in Deutschland eingesetzt. Bei den internen Haushaltsverhandlungen war das CDU-geführte Finanzministerium leider nicht bereit, diese unbedingt benötigten acht Mio. Euro auf 2017 zu übertragen. `Sehr kurzsichtig, obwohl der Bedarf angesichts der bereits stark angewachsenen und vor dem Hintergrund der Familiennachzügler weiterhin steigender Anzahl zu begleitender junger Menschen zunimmt´, kritisiert die Finanzexpertin. Die Abgeordnete sagte die Unterstützung im Rahmen ihrer Möglichkeiten zu, empfahl dem JMD Steinfurt aber, sich dringend mit den heimischen CDU-Abgeordneten des Haushaltsausschusses in Verbindung zu setzen und deren Unterstützung zu einzufordern.

Als kleine Anerkennung für das Engagement in der Unterstützung für junge Menschen mit Migrationshintergrund überreichte Arndt-Brauer Barbara Schonschor einen Gutschein für eine Fahrt nach Berlin. Zwei Personen können sich auf einen viertätigen Aufenthalt in der Bundeshauptstadt freuen. Ausgenommen von privaten Unternehmungen außerhalb des Programms und Taschengeld ist die Fahrt für die Teilnehmer kostenlos.