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02.09.2016

Hilfe auf kurzem Weg

Jessing1
Ottenstein. Seit vielen Jahren gehören die Eheleute Marianne und Josef Jessing dem Ghana-Kreis der Kirchengemeinde St. Georg in Ottenstein an und setzen sich für die Partnergemeinde St. Augustine in Bulenga-Chaggu/Ghana ein. Manchmal muss man für die Hilfe am Nächsten aber nicht so weit fahren, sondern nur über die Straße gehen, wie es die beiden ehrenamtlich engagierten Ottensteiner jetzt bei der syrischen Familie von Daara Maai machen, die seit Kurzem direkt gegenüber wohnen.

Zu einem Austausch mit der Familie luden die Eheleute Jessing jetzt Waltraud Winter von der Flüchtlingshilfe, die Hebamme Andrea Wynk, die SPD-Bundestagsabgeordnete Ingrid Arndt-Brauer und die SPD-Kommunalpolitiker Hilke Bramkamp, Gerd Abbink und Andrea Schulte ein.

`Wir kümmern uns um kleine und auch um etwas größere Probleme, die die Familie Maai bei Behördengängen, Arztbesuchen u.ä. hat´, schilderte Marianne Jessing. Sie hat es auch schon geschafft, der Familie etwas Deutsch beizubringen. Daara Maai, Vater von drei Söhnen, macht zurzeit ein Praktikum bei einem Ottensteiner Holzbauunternehmen und kommt sprachlich schon ganz gut klar. Selbst Plattdeutsch ist dem Syrer nicht mehr fremd, wie Waltraud Winter erklärte und erzählte schmunzelnd eine Anekdote dazu. Bei plattdeutschen Gesprächen mit Einheimischen schnappt Daara Maai des Öfteren einige Begriffe auf und begrüßt gelegentlich Gäste mit einem `Sett di daal!´. Auch die beiden vier- und sechsjährigen Söhne bewiesen ihre Sprachkenntnisse, begrüßten die Gäste mit einem artigen `Guten Tag´ und sorgten damit für Erheiterung bei den Erwachsenen. Auf Probleme ist die Familie aber bei der Geburt des jüngsten Sohnes vor einigen Wochen gestoßen und ist damit kein Einzelfall, wie Hebamme Wynk schilderte.

Mit der Geburt des Kindes seien die Frauen in den Krankenhäusern zwar versorgt, aber die anschließende Nachsorge in den Flüchtlingsunterkünften durch festangestellte Hebammen sei nicht erlaubt. Bisher leisteten Hebammen diesen Einsatz ehrenamtlich. Durch den nur schwer kalkulierbaren Zeitaufwand und extrem hohe Haftpflichtversicherungsbeiträge könne eine freiberuflich tätige Hebamme aber kaum wirtschaftlich arbeiten und sich den `Luxus´ der Ehrenamtlichkeit leisten, machte Wynk deutlich. Die Pauschale für einen Hausbesuch sei einfach zu niedrig. Arndt-Brauer machte deutlich, dass ein höherer Stundensatz vom Dachverband der Hebammen mit dem Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenkassen (GKV) ausgehandelt werden müsse. Eine solche Forderung würde sie auf jeden Fall unterstützen, versprach Arndt-Brauer Wynk.

Waltraud Winter von der Flüchtlingshilfe berichtete den Gästen aus ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit. 93 überwiegend syrische Flüchtlinge leben derzeit in Ottenstein. `Fast ausschließlich handelt es sich dabei um Vorzeigefamilien´, freut sich Waltraud Winter. Zu den größten Problemen der Flüchtlinge gehören die Sprachbarriere und die daraus resultierende Hilflosigkeit z.B. bei Behördengängen und Arztbesuchen. Da leiste auch die Flüchtlingshilfe Hilfestellung. Um für die Menschen eine Zukunftsperspektive zu schaffen, sei es auch dringend nötig, die Bearbeitung der Asylanträge zu verkürzen, machte Winter deutlich. Arndt-Brauer warb um Verständnis für die Arbeit des zuständigen Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF). Die Vielzahl an Anträgen und nicht ausreichendes Personal machten es dem BAMF schwer, die Asylanträge zeitnah zu bearbeiten. Entsprechendes Personal sei auch nur schwer zu finden.

Abschließend bedankte sich Arndt-Brauer für den aufschlussreichen Austausch und sprach ihre Anerkennung für das ehrenamtliche Engagement aller Beteiligten aus. `Eine erfolgreiche Integration kann auch nur mit Ehrenamt geleistet werden´, so die Abgeordnete.