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12.12.2018

Herausforderungen für die Landwirtschaft

WLV1Kreis Steinfurt. Hitze, Trockenheit und Herausforderungen in der Tierhaltung bringen die Landwirtschaft in Existenznot. Gerade den kleinen bäuerlichen Betrieben droht die Betriebsaufgabe. Als Interessensvertretung der Landwirtschaft setzt der WLV (Westfälisch-Lippischer-Landwirtschaftsverban d) daher auf Unterstützung aus der Politik. Aus diesem Grund folgte jetzt die SPD-Bundestagsabgeordnete Ingrid Arndt-Brauer einer Einladung des Verbandes in das Grüne Zentrum nach Saerbeck.

Begrüßt wurde die Abgeordnete hier von Kreisverbandsvorsitzenden Albert Rohlmann (re.), WLV-Kreisgeschäftsführer Franz-Georg Koers (2.v.li.) und dem stellv. Kreisverbandsvorsitzenden Carsten Spieker (li.). In einer Präsentation verdeutlichten die WLV-Vertreter die in der Nachhaltigkeitsoffensive beschriebenen Ziele zur zukünftigen Landwirtschaft. Hier sei man führend, betonte Rohlmann in dem Gespräch. Die Zukunft der Landwirtschaft sehen die Fachleute bei Saat, Pflanzenschutz und Düngung in hoch technisierten Maschinen, top ausgebildeten Landwirten und Kapital. Mit Sorge beobachtet der WLV aber die derzeitigen Entwicklungen. Sich häufig verändernde Bauvorschriften schaffen Unsicherheit bei den Landwirten hinsichtlich zukünftiger und bereits getätigter Investitionen, erläuterte der Kreisverbandsvorsitzende. So könne es jederzeit passieren, dass bei bestehenden Investitionen noch nachjustiert würde. `Ein Unding´, findet Rohlmann, hätten die Landwirte doch so keine Planungssicherheit. Das führe letztendlich dazu, dass immer mehr, auch gesunde Betriebe, überlegen, aufzugeben oder schon aufgegeben haben. `Erschwerend hinzu kommen Bauhindernisse durch Konflikte mit Wohn- oder Waldgebieten u.ä.´, ergänzte Koers. `Im Kreis Steinfurt gibt es fast einen Stillstand. Wachstum ist kaum möglich´, führte der Kreisgeschäftsführer weiter aus.

Auch die gerade heiß diskutierte Ferkelkastration stand an diesem Vormittag auf der Agenda. Carsten Spieker machte in der Diskussion um verschiedene Möglichkeiten der Kastration deutlich, dass deutsche Bauern schon lange die Lokalanästhesie fordern. Es sei erwiesen, dass es zwar nie eine 100-prozentige Schmerzfreiheit geben werde, aber andere Methoden erheblich mehr Nachteile hätten. Unglücklich findet Arndt-Brauer, dass man sich jetzt darauf verständigt hat, die Übergangsfrist bis zum vollständigen Verbot der betäubungslosen Kastration um zwei Jahre zu verlängern. `Die fünfjährige Übergangsfrist für Ferkelerzeuger wäre eigentlich ausreichend gewesen, eine tierschutzrechtlich unbedenkliche Alternative zu entwickeln´, bedauert die Abgeordnete. `Unsere Landwirte plädieren daher schon lange für eine Lösung´, betonte Spieker und wies auf andere europäische Länder hin, wo die Lokalanästhesie schon länger praktiziert wird.

In Bezug auf den extrem trockenen Sommer und auch den anhaltend trockenen Herbst kam dann das Thema Dürrehilfen auf. `Die Beantragung der Dürrehilfen ist sehr umfangreich´, stellte Arndt-Brauer fest, wollte aber wissen, wie sich das im Kreis Steinfurt gestaltet. Hier werde es nur wenige Betriebe geben, die Hilfen beantragten oder erhalten würden, erläuterte Rohlmann der Abgeordneten. Als Veredlerbetrieb könne man auch nur schwer nachweisen, was in den letzten Jahren geerntet wurde, so Rohlmann weiter. `Aber wir Landwirte sind keine Almosenempfänger´, stellte der Kreisverbandsvorsitzende klar. Finanzexpertin Arndt-Brauer findet es wichtig und wird sich auch dafür einsetzen, dass Landwirte Rücklagen in Form einer sogenannten Risikoausgleichsrücklage für solche extremen Klimaereignisse bilden könnten. Das sei zurzeit leider noch nicht möglich.

Abschließend kamen die schlechte Preispolitik und die mangelnde Akzeptanz in der Bevölkerung zur Sprache. Dem wirken viele Landwirte mit mehr aufklärender Medienpräsenz und durch die Öffnung ihrer Höfe entgegen. Aber auch der Verbraucher sei gefragt, machten die drei Fachleute deutlich. `Fernab von Parteien und Debatten müssen wir gemeinsam einen Weg finden´, stellte Koers klar. Ohne gesellschaftliche Akzeptanz sei Landwirtschaft nicht zu führen. Die Bauern seien bereit, sich zu verändern. Investitionen ins Tierwohl müssten vom Verbraucher aber auch honoriert werden. Da müsse man gemeinsam an einem Strang ziehen.