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09.11.2018

Eine Wohngemeinschaft ganz besonderer Art

LeusbrockWettringen1Wettringen. Eine ganz besondere Wohngemeinschaft lebt in dem neuen Albert-Schweitzer-Haus in Wettringen. Im September 2018 eröffnete hier die Leusbrock Pflege GmbH auf dem ehemaligen Gelände der Albert-Schweitzer-Schule eine Einrichtung mit zwei Wohngemeinschaften. Die Wohngemeinschaften mit Platz für je zwölf pflegebedürftigen Menschen haben Modellcharakter für den Kreis Steinfurt: Das Wohngemeinschaftshaus zählt zum sozialen Wohnungsbau und bietet somit günstigen und zugleich qualitativ hochwertiger Wohnraum für Menschen mit Beeinträchtigungen. Eine Förderung war nur möglich, weil diese noch von der damals von SPD und Grünen geführten Landesregierung in NRW beschlossen wurde.

Die SPD-Bundestagsabgeordnete Ingrid Arndt-Brauer und Wettringer Kommunalpolitiker folgten jetzt einer Einladung von Philipp Leusbrock (3.v.li.), um einen Einblick in die Wohngemeinschaft zu bekommen. Bei einem Rundgang konnten die Gäste die Appartements mit Badezimmer begutachten, die jewiels von einem Mieter bewohnt werden. Das Herzstück der Wohngemeinschaften bilden jedoch die Gemeinschaftsbereiche. Die großen, offen gestalteten Wohnküchen fördern die Gemeinschaft und setzen das Zusammenleben, nicht die Erkrankung oder die Pflegebedürftigkeit, in den Mittelpunkt des Alltags der Bewohner. Bisher leben hier erst sechs an Demenz erkrankte Bewohner, wie Philipp Leusbrock erläuterte. Sukzessive werden andere Bewohner dazu kommen, sodass eine gute Eingewöhnung gelingt. Leusbrock rechnet damit, dass das Wohngemeinschaftshaus voraussichtlich bis 2019 belegt ist.

In der anschließenden Gesprächsrunde erläuterte Einrichtungsleiter Klaus Öllerich (2.v.li.) die Vorzüge der Wohngemeinschaft. Anders als in Altenpflegeeinrichtungen, liegt hier nicht der Schwerpunkt auf der Pflege, sondern auf einer menschenzentrierten Betreuung, die die Mieter individuell in ihrer Eigenständigkeit unterstützt - alles aus einer Hand. Wichtig ist es den Mitarbeitern, den dort lebenden Menschen eine angemessene Tagesstruktur zu bieten, die sich an den Lebensgewohnheiten normaler Privathaushalte orientiert. Die nach eigenen Wünschen eingerichteten Appartements schaffen zudem Vertrautheit und ein Zuhause-Gefühl. Die als Sinnesgarten angelegten Außenanlagen mit verschiedenen Themenecken, wie z.B. Strand- und Marktplatzatmosphäre, tragen ebenfalls zu diesem Gefühl bei. Außerdem sei die Mitarbeit der Angehörigen ausdrücklich erwünscht, machte Öllerich deutlich.

Aber auch der Fachkräftemangel war Gegenstand der Gesprächsrunde. Dieser bereitet auch der Leusbrock Pflege GmbH Kopfschmerzen. Trotz Angeboten wie Übernahme von Kinderbetreuungskosten, unbefristete Anstellungen, flexible Arbeitszeiten, betriebliche Alters- und Zusatzkrankenversicherung etc. sei es nur schwer, passendes Personal zu finden, erläuterte Firmengründerin Christine Leusbrock (li.). Eine Alternative dazu wäre es, Flüchtlinge, auch aus als sicher definierten Herkunftsländern für eine entsprechende Ausbildung zu gewinnen. `Engagierten Flüchtlingen muss ein Spurwechsel aus dem Asylverfahren hin zur Erwerbsmigration ermöglicht werden. Noch sperrt sich das CSU-geführte Innenministerium, denn man befürchtet dort, dass neue Bleibeperspektiven neue Fluchtanreize schaffen´, kritisierte Arndt-Brauer und hofft auf eine positive Regelung mit dem von der SPD in den Koalitionsvertrag einverhandelten Einwanderungsgesetz, für das sich die Sozialdemokraten schon seit Jahren stark machen.

`Wir sind sehr beeindruckt von dieser beispielhaften Einrichtung und würden uns wünschen, dass sich Wohngemeinschaftshäuser dieser Art im Kreis Steinfurt durchsetzen´, betonte Arndt-Brauer abschließend auch im Namen der Wettringer Sozialdemokraten.