Arndt-Brauer_072c
 Home
 Zur Person
 Pressemitteilung
 Wahlkreis
 Service
 Links
 Impressum
Banner2

27.10.2016

Diskussion in der LWL-Klinik

KlinLen1
Lengerich. Das geplante Gesetz zur Weiterentwicklung der Versorgung und der Vergütung für psychiatrische und psychosomatische Leistungen (PsychVVG) war jetzt Gegenstand einer Diskussion in der LWL-Klinik in Lengerich. Eingeladen hatte Winfried Bußmann (3.v. li.), Personalratsvorsitzender der LWL-Klinik Lengerich. Gefolgt sind der Einladung die beiden SPD-Bundestagsabgeordneten Ingrid Arndt-Brauer und Jürgen Coße.

Personalrat, Mitarbeiter aus Pflege und Verwaltung sowie Mitglieder der Betriebsleitung der LWL-Klinik Lengerich verdeutlichten den beiden Sozialdemokraten anschaulich ihre Bedenken zu dem geplanten Gesetz. Nach Meinung des Personalrates und der Betriebsleitung müsste in dem Gesetz u.a. die Qualität der Personalbemessung sichergestellt werden. Des Weiteren müssten Tariferhöhungen nicht, wie bisher vorgesehen, nur zu 50 Prozent, sondern zu 100 Prozent refinanziert werden, machte Bußmann deutlich. Möglichkeiten zur Einsparungen seien erschöpft, sodass Tariferhöhungen zwangsläufig zu Personaleinsparungen führten. Ein weiterer Knackpunkt des PsychVVG sei der Dokumentationsaufwand, der dringend auf ein notwendiges Maß verringert werden müsse, so Bußmann, der breite Zustimmung erhielt. Die Dokumentationspflicht beinhalte einen hohen Arbeitsaufwand für das Personal, das dann für die Patientenbetreuung fehle, so der Personalratsvorsitzende weiter.

Bei einem Besuch der geschützten Aufnahmestation konnten sich die beiden Bundespolitiker dann einen Eindruck des Arbeitsaufwandes verschaffen. Die Arbeit hier sei in den letzten Jahren deutlich schwieriger geworden, berichtete die langjährig tätige Krankenschwester Marion Konermann. Durch hoch akut suizidal Erkrankte und vermehrt durch Patienten mit fremdgefährdendem Verhalten hat die Notwendigkeit von sehr zeitaufwändiger Intensivbetreuung zugenommen. Häufig seien hier mehrere Mitarbeiter durch die gesetzlich vorgeschriebene 1 zu 1 Betreuung gebunden, so Konermann. `Nicht nur eine physische, sondern auch eine hohe psychische Belastung für die Mitarbeiter´, machte Bußmann deutlich. Die Ausweitung ambulanter Angebote habe zudem dazu geführt, dass vermehrt Schwerstkranke mit komplexen Problemlagen auf der Station in Behandlung sind.

Arndt-Brauer und Coße zeigten abschließend großes Verständnis für die Forderungen, machten aber deutlich, dass die gewünschten Änderungen im Gesetzentwurf dem Koalitionspartner nur sehr schwer zu vermitteln seien. Beide versprachen trotzdem, sich mit ihren Fachpolitikern in Verbindung zu setzen und die Problemlage des Gesetzentwurfes PsychVVG zu schildern, um eine Verbesserung zu erreichen.