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08.09.2017

Beispielhafte Wohngemeinschaft

Landhaus-Vita1
Kreis Steinfurt/Laer/Burgsteinfurt. Betritt man das Landhaus Vita in Laer, fühlt man sich in alte Zeiten versetzt: Rustikale Decken mit Eichenbalken, ein westfälischer `Bosen´ und Möbel, wie sie unsere Großeltern noch kannten, schauen den Besucher aus allen Ecken an und verleihen dem Haus einen besonderen und gemütlichen Charme. Moderne Bäder und Heizungstechnik sowie Barrierefreiheit sind trotz der alten Stilelemente selbstverständlich in dem alten Sandsteingebäude. Das Besondere und Einzigartige an dem Landhaus sind aber die Bewohner: hier leben zehn Menschen, die an Demenz erkrankt sind.

`Eine Fachwohngemeinschaft für Demenzerkrankte´, heißt die Einrichtung korrekt, wie  Klaus Meiers, der das Landhaus Vita unterhält, jetzt der SPD-Bundestagsabgeordneten Ingrid Arndt-Brauer erläuterte. Auch Michael Hardebusch (SPD Steinfurt) und Gerrit Thiemann (SPD Laer) interessierten sich für die Einrichtung.

Durch den vorherigen Träger habe die Einrichtung in ihrem Ruf sehr gelitten, berichtete Klaus Meiers.  `Als wir 2013 das Angebot erhielten, die Fachwohngemeinschaft zu übernehmen und weiterzuführen, haben wir überlegt, ob wir uns das antun´, so der studierte Pflegefachmann. `Es hat uns aber sehr gereizt, weil es sehr speziell ist, und so haben beschlossen, das schaffen wir´, so Meiers weiter, der zustimmendes Nicken erhielt von Ehefrau Christine, die ebenfalls langjährige Pflegeerfahrung mitbringt und Gründerin des Pflegedienstes ACURAS aus Steinfurt ist.
Die besonderen Verdienste von Einrichtungsleiterin Elisabeth Herfurth für das Landhaus Vita heben die Meiers besonders hervor. Mit viel Liebe zum Detail und zahlreichen Besuchen auf Antik- und Trödelmärkten habe diese zu der besonderen Atmosphäre im Haus beigetragen, wird Herfurth gelobt. `Wir arbeiten mit allen Sinnen´, erläuterte Meiers und betonte, dass die alten Möbel und Gebrauchsgegenstände die Bewohner, die zuerst an dem Verlust des Kurzzeitgedächtnisses leiden, an vergangene Zeiten erinnern, die noch präsent sind.  Die vertraute Umgebung und die Erinnerungen aus der Jugendzeit geben den Patienten die alltägliche Sicherheit zurück, die ihnen die Krankheit genommen hat. Auch der hauseigene `Tante-Emma-Laden´ wurde speziell für die Bewohner eingerichtet, um die Kommunikation untereinander sowie Erinnerungen an alte Zeiten zu fördern. Auch das Cafe ist ein gerne angenommener Treffpunkt, um sich bei Kaffee und Kuchen auszutauschen. Alte Möbel und Porzellan vervollständigen auch hier das gewünschte Bild. Mit entsprechenden Beschäftigungsprogrammen, wie z.B. Gesprächen über aktuelle Tagesthemen, Mithilfe beim Kochen, Gedächtnistraining, kreatives Gestalten, Ausflügen u.v.m., werden die Bewohner nicht nur gefördert, sondern auch gefordert, so Elisabeth Herfurth.

Die Betreuungskosten für die Bewohner werden privat oder vom Sozialhilfeträger bezahlt. Die Pflegekasse bezahle, anders als in stationären Pflegeeinrichtungen, nur die ambulanten Pflegeleistungen, erklärte Cemil Ipek, Geschäftsführer bei Acuras und dem Landhaus Vita, auf Anfrage von Arndt-Brauer. Eine auskömmliche Finanzierung der Fachwohngemeinschaft sei nur mit einer Belegung von zwölf Bewohnern zu erreichen, machte Ipek deutlich. Mit derzeit nur zehn Bewohnern sei das sehr schwierig. Bisher fehle noch der Platz für weitere Bewohner. Es soll aber weiter ausgebaut werden, ergänzte Meiers dazu.

Einig waren sich alle, dass es mehr Wohngruppen für Demenzkranke geben müsse. `Mit einer sicheren Finanzierung solcher Wohngruppen könnten wir mehr aufbauen, investieren und Arbeitsplätze schaffen´, stellte Ipek klar. Arndt-Brauer verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass die SPD-Bundestagsfraktion  viele Jahre für eine bessere Pflege gekämpft habe. Der Bundestag hat daher mehr Leistungen für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen beschlossen: Über 500.000 Menschen werden erstmals unterstützt. Vor allem Demenzkranke erhalten endlich die Pflege und Betreuung, die ihnen zusteht.

`Mit dem Pflegestärkungsgesetz, das nun in der zweiten Stufe umgesetzt wurde, bekommen viele Menschen mehr Leistungen´, freut sich Arndt-Brauer über den Erfolg. Und: An Demenz erkrankte Menschen bekommen nun erstmals auch Unterstützung. Mit dem Pflegegrad 1 können sie beispielsweise ihr Wohnumfeld entsprechend anpassen, z.B. einen Treppenlift einbauen, mögliche Stolperschwellen absenken und Betreuungsleistungen in Anspruch nehmen. Arndt-Brauer versprach abschließend, sich für eine solide Finanzierung solcher Fachwohngruppen, wie das Landhaus Vita, das beispielhaft für den Kreis Steinfurt ist, einzusetzen.