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31.10.2018

Auf den Spuren der Burgmänner

SPDAG60plus1Horstmar/Kreis Steinfurt. Das im Burgsteinfurter Land gelegene Horstmar ist bekannt für seine zahlreichen historischen Gebäude. Neben dem Historischen Rathaus sind auch noch sechs der ehemals acht Burgmannshöfe aus dem 11. Jahrhundert erhalten. Seit 2012 darf die Stadt Horstmar deswegen den Titel `Stadt der Burgmannshöfe´ führen.

Doch was es mit den Burgmannshöfen auf sich hat und warum eine kleine Stadt mit rund 6.000 Einwohnern den Titel Stadt führt? Das wollten jetzt zahlreiche Freunde und Mitglieder der SPD-Arbeitsgemeinschaft 60plus aus dem Kreis Steinfurt wissen.

Bevor die Seniorinnen und Senioren, die u.a. aus Lengerich, Tecklenburg, Hopsten, Steinfurt, Emsdetten, Greven, Reckenfeld, Rheine, Wettringen und Neuenkirchen kamen, Näheres erfahren konnten, traf man sich im Borchorster Hof zu Kaffee und Plätzchen. Horst-Dieter Knüppels, Kreisvorsitzender der AG60plus, erläuterte in seiner Begrüßung, dass der Kreis Steinfurt viele schöne Ecken habe, man sich aber freue, in Horstmar Station gemacht zu haben. Ausdrücklich bedankte sich Knüppels bei Willi Helling, Vorstandsmitglied der AG60plus im Unterbezirk Steinfurt, der den Termin organisiert hatte. Besonders begrüßte Knüppels den SPD-Fraktionsvors. Michael Kaiser und Bürgermeister Robert Wenking, der die Räumlichkeiten, die Eigentum der Stadt Horstmar sind, freundlicherweise zur Verfügung gestellt hatte. Der Erste Bürger der Stadt nutzte die Gelegenheit, einen kurzen Bericht aus dem Rat der Stadt Horstmar abzugeben. Neben der Umgestaltung der historischen Altstadt, sind der Stadt Themen, wie Mobilität, Einkaufsmöglichkeiten, Kitas und Schulen sehr wichtig. Da sei man aber schon auf einen guten Weg.

Einen kurzen Einblick in das politische Berlin gab dann die SPD-Bundestagsabgeordnete Ingrid Arndt-Brauer, die von den Genossinnen und Genossen besonders begrüßt wurde und, nebenbei bemerkt, im Horstmarer Stadtteil Leer lebt. `Während CDU/CSU sich streiten, hat die SPD gearbeitet´, machte Arndt-Brauer deutlich. So habe sich die SPD für das Gute-Kita-Gesetz, Rückkehrrecht auf Vollzeitarbeit, verbesserten Zugang zu Arbeitslosengeld I, Musterfeststellungsklage, modernes Einwanderungsrecht und Stärkung der Steuergerechtigkeit durchgesetzt. An weiteren Punkten aus dem Koalitionsvertrag werde bereits gearbeitet. `Für soziale Ideen kämpfen wir. Diese müssen wir verteidigen - jeden Tag!´, machte die Sozialdemokratin deutlich.

Anschließend übernahm Heinz Herdt vom Stadtmarketing `Horstmar erleben´ das Zepter und führte die Gäste in das historische Horstmar ein. Im 9. Jahrhundert wurde die Burg Horstmar errichtet und erstmals 1050 erwähnt. `Darauf sind wir besonders stolz´, so Herdt. Durch fürstbischöfliche Herrschaft wurde Horstmar 1270 die Stadtrechte von Bischof Gerhard von der Mark verliehen. Einzigartig ist der fast quadratische Grundriss der Stadt. Der heute noch gut ablesbare Grundriss wurde von zwei umlaufenden Gräben und Außen- und Innenwällen umschlossen. An den Ecken des quadratischen Grundrisses standen runde Wachtürme. In jede der vier Himmelsrichtungen führte ein Tor aus der Stadt. Im Ortsmittelpunkt befanden sich schon früh Kirche und Rathaus.

Die Gründung der Burgmannshöfe ist für das 11. Jahrhundert anzunehmen. Zum Schutze ihrer Burg gründeten die Edelherren von Horstmar acht Burglehen, deren Höfe gleichzeitig die Burgsiedlung sichern sollten. Die Bewohner, die so genannten Burgmänner, waren die eigentlichen Herren der Stadt. Bereits im 13. Jahrhundert erwähnt, hatten sie ihre Macht so ausgeweitet, dass sie sogar ihrem Landesherrn, dem jeweiligen Bischof, den Zugang zur Stadt verwehren konnten. Von den Burgmannshöfen sind bis heute sechs erhalten: Münsterhof, Sendenhof, Mervelder Hof, Valkenhof, Deipenhof und der Borchorster Hof.

Bei einem Rundgang durch die historische Altstadt erläuterte Heinz Herdt die vorher beschriebenen Merkmale der Burgmannstadt Horstmar. Das historische Rathaus von 1571 konnte zwar wegen Baumaßnahmen nur von außen besichtigt werden, aber die im 14. Jahrhundert erbaute St. Gertrudis-Kirche gestattete einen ausgiebigeren Blick ins Innere. Fachkundig trug Herdt geschichtliche Informationen zur Kirche vor. Aber auch die Neuzeit streifte Herdt in seinem Vortrag. So beschrieb er die Blütezeit Horstmars zu Zeiten der Textilindustrie im 19. und 20. Jahrhundert. Zahlreiche Geschäfte prägten die `Flaniermeile´ in Horstmar. Mit dem Niedergang der Textilindustrie erhielt die Stadt Horstmar einen schweren Schlag, von dem sie sich nur schwer erholte, so Herdt.

Mit vielen Eindrücken und geschichtlichem Wissen verabschiedete sich die AG60plus. Besonders bedankte man sich bei Heinz Herdt für den kurzweiligen und interessanten Vormittag in Horstmar, bevor es für die Gäste wieder in ihre Heimatorte ging.