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03.08.2017

Allgemeine Dienstpflicht könnte unserer Gesellschaft gut tun

JohanniterRh1
Rheine. Wäre es nach dem Landesverband gegangen, dann gäbe es die Johanniter-Unfall-Hilfe in Rheine vielleicht nicht mehr. `Vor mehr als 14 Jahren gab es Überlegungen, diesen Standort zu schließen´, sagte Udo Schröder-Hörster vom Regionalvorstand Münsterland/Soest der Johanniter zu Beginn des Gesprächs mit der SPD-Bundestagsabgeordneten Ingrid Arndt-Brauer und Mitgliedern der SPD-Ratsfraktion.

Im Rahmen ihres Sommerprogramms machten die Sozialdemokraten Station bei der Hilfsorganisation an ihrem Standort am Staelskottenweg, um sich dort über die vielfältigen Aufgaben zu informieren.

Dass es damals vom Regionalvorstand richtig war, den Standort Rheine nicht aufzulösen, stellte Dienststellenleiter Maik Rathje sehr schnell heraus, denn mit seinen 57 hauptamtlich Beschäftigten ist er der zweitgrößte Ortsverband im Bezirk Westfalen. Inzwischen beschränken sich die Aufgaben der Johanniter-Unfall-Hilfe jedoch nicht nur auf die Sanitätsbetreuung bei großen Veranstaltungen, sondern sind inzwischen sehr umfangreich geworden.

Maik Rathje und Udo Schröder-Hörster wiesen hier vor allem auf die Mitwirkung im Rettungsdienst hin, der den Südraum der Stadt Rheine abdeckt. Hinzu kommen der Interhospitalfahrdienst und der Krankenfahrdienst zwischen den im Umkreis befindlichen Krankenhäusern und Kliniken. Auch ein Hausnotrufeinsatzdienst und der kassenärztliche Notfalldienst werden von den Johannitern in Rheine betreut.

Um alle diese Aufgaben zum Wohle der Bürgerinnen und Bürger erfüllen zu können, stehen am Standort Rheine 24 Einsatzfahrzeuge zur ständigen Verfügung. `Unsere große Leistungsfähigkeit verdanken wir auch den über 50 ehrenamtlich Aktiven, die unsere hauptamtlichen Kräfte unterstützen´, hoben Udo Schröder-Hörster und Maik Rathje hervor. Auf Nachfrage von Ingrid Arndt-Brauer sagten Schröder-Hörster und Rathje, dass die Ehrenamtlichen in ständigen Weiterbildungsprozessen stehen und man hier sehr eng mit der Akademie für Gesundheitsberufe der Mathias-Stiftung in Rheine kooperiere. Zur Sicherstellung dieser vielfältigen Aufgaben sei allerdings ein fester Mitarbeiterstamm notwendig. Zu den hauptamtlichen Kräften gehören gegenwärtig knapp ein Drittel junge Menschen, die sich für ein freiwilliges soziales Jahr entschieden haben. `Momentan ist der Standort Rheine noch gut aufgestellt. Doch leider fehlt es dem freiwilligen sozialen Jahr in unserer Gesellschaft immer noch an einer gewissen Akzeptanz´, erklärte Maik Rathje und Udo Schröder-Hörster ergänzte: `Das freiwillige soziale Jahr soll keine Überbrückung zwischen Schule und Beruf oder Studium sein, sondern eine sinnvolle Tätigkeit zur Reifung der eigenen Persönlichkeit.´

Leider ist aber vor allem in der Alten- und Behindertenhilfe und vielen anderen Bereichen die Bereitschaft für ein freiwilliges soziales Jahr immer mehr zurückgegangen. Eine Entwicklung, die auch Ingrid Arndt-Brauer bestätigen konnte, die dabei auf die Gefahr hinwies, dass dadurch viele Aufgaben der sozialen Daseinsvorsorge vor Ort irgendwann nur noch eingeschränkt oder überhaupt nicht mehr geleistet werden können. Daher werde unter anderem seit einiger Zeit über die Einführung einer allgemeinen Dienstpflicht für junge Menschen nachgedacht. Auf dieses Thema angesprochen, entgegnete Udo Schröder-Hörster, dass eine allgemeine Dienstpflicht die soziale Kompetenz und die Achtung vor dem Ehrenamt bei jungen Menschen stärken könnte. `Ein solches Pflichtjahr würde unserer Gesellschaft sicherlich sehr gut tun´, so seine Meinung. Maik Rathje pflichtete dem bei, doch momentan sollte vor allem die Bereitschaft zum freiwilligen sozialen Jahr gefördert werden. `Das freiwillige soziale Jahr muss für junge Menschen einfach cool werden´, brachte er es auf den Punkt.

Ob eine allgemeine Dienstpflicht in der Gesellschaft Anklang findet, das möchten die Rheiner Sozialdemokraten gerne näher erfahren und wollen zu diesem Thema auch mit anderen Organisationen ins Gespräch kommen. `Auf jeden Fall ist dies ein spannendes und wichtiges Thema, das uns alle angeht, denn in vielen sozialen Organisationen kommt es immer wieder zu Engpässen´, sagte Fraktionsvorsitzender Jürgen Roscher zum Abschluss.